Der SKW kann Abstiegskampf – Die Zweite mit sechs Remisen
Das letzte Schach – Wochenende kann man aus Weidhäuser Sicht durchaus als erfolgreich bezeichnen, denn die Zweite holte ein am Ende kaum erwartetes Remis gegen Burgkunstadt II, während die erste Mannschaft mit dem Rücken zur Wand dem Druck standhielt und den dringend erwarteten und benötigten Sieg bei der Bindlacher Reserve einfahren konnte.
SKW II – SSV Burgkunstadt II 3:3
Bereits nach 6 gespielten Minuten stand es gefühlt 0-1, denn Norbert Wurst griff in einer heißen Variante des Rousseau-Gambits zu den falschen Zügen und stand ab da bei – 4,5 nach Stockfish-Analyse. Umgekehrt gewann Manfred „Buggi“ Knauer mit dem Läufer auf f7 einen schnellen Bauern und damit klaren Vorteil, den er bis ins Endspiel transportieren sollte. Währenddessen kämpfte Norbert weiter und konnte von Glück reden, dass sein Kontrahent sowohl einen Damengewinn als auch ein dreizügiges Matt nicht fand.
Auch Finn Knauer, zuletzt in bestechender Form, kam nicht so richtig ins Spiel, er gewann zwar eine Qualität, musste diese jedoch wieder zurückgeben und kämpfte lange mit dem Rücken am Abgrund. Gleichzeitig verlor Arndt Knauer einen Bauern, es stand nicht gut um den SK.
Um 16 Uhr begann der Remisreigen, als Frank Gugisch und Kai Kreilinger sich in ausgeglichener Stellung auf die Punkteteilung einigten. Eine halbe Stunde später atmete Finn auf, dass auch er ein Remisgebot bekam, was er schnell und dankend annahm. Seinen Augen traute der Verfasser dieser Zeilen nicht, als Franz Hirtreiter mit zwei Qualitäten mehr um 17 Uhr gegen Norbert Wurst das Unentschieden vorschlug, plötzlich war wieder Hoffnung da. Als dann auch Marc Gärtner am Spitzenspiel gegen den nominell klar besser gerateten Andreas Schnapp ebenfalls das Remis erlangt, sah es gut aus und der Sieg lag in der Luft. Doch Manfred Knauer wickelte unglücklich ab und hatte trotz zweier Mehrbauern ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern auf dem Brett. Dies wäre nur an einer Stelle mit einem Opfer zu gewinnen gewesen, was schwer zu finden war. So ging auch Brett 6 in den sicheren Remishafen.
Die letzte Partie war nichts für schwache Nerven. Tobias Bär kostete die Verwaltung seines Mehrbauern unheimlich viel Zeit, so dass er 10 Züge in 16 Sekunden zu absolvieren hatte. Arndt wusste diesen Vorteil leider nicht zu nutzen, weil er sich vom Blitzen des Gegners anstecken ließ. Dies machte er am Ende durch ein gewagtes Königsmanöver wieder gut, als die Partie verloren schien erreichte er so eine Dauerschachfalle und das sechste Unentschieden war perfekt.
TSV Bindlach Aktionär II – SKW I 3:5
Der Auftrag für die Weidhäuser Erste um Spitzenspieler Rüdiger Günther war klar: Ein Sieg musste her, sonst dürfte der abstieg fast schon sicher sein. Und es ging hilfreich los: Rüdigers Gegner erschien nicht am Brett, und um 9.30 Uhr führte man kampflos mit 1:0. Weidhausens Topmann war somit zum Zuschauen verdammt, was in den folgenden drei Stunden nicht nur vergnügungssteuerpflichtig sein sollte…
Es entwickelten sich in der Folge ruhige Partien, die erste Bewegung war an Brett 7 zu erkennen: Da wurden alle Leichtfiguren getauscht und Herbert Hempfling befand sich in einem Schwerfigurenendspiel mit der leicht ungünstigeren Bauernstruktur. Dafür zeichnete sich am 5. Brett ein schöner Angriff von Volker Herdin ab, während Gert Schillig an Brett 8 mit Schwarz erneut sehr passiv wirkte und gegen seinen DWZ-losen Gegner „nur“ in ein klares Remisendspiel gelang.
Ab 11 Uhr sollte es plötzlich dunkel am Horizont werden: Tom Carl gab eine Quali für zwei Bauern und Angriff, Olaf Knauer war nach einem Eröffnungsfehler mächtig unter Druck und dann warf Volker auch noch die ganze Partie weg, als er „vergaß“, eine Figur zurückzuschlagen. Ein kaum zu erklärender Blackout, der aus einer gewonnenen Partie sofort eine Niederlage machte.
Spielleiter Olaf schlug zurück, nutzte einen Fehlzug seines Gegenübers eiskalt aus und eroberte einen Bauern. Auch Herbert war plötzlich einen Stein im Vorteil – und Gert musste irgendwie getrickst haben, denn plötzlich hatte er eine Dame erhalten und holte doch noch den von ihm erhofften ganzen Zähler!
Auch Olaf gewann schließlich, nachdem er sich befreien konnte baute er ständig Druck auf und zwang Kneidl zu einem weiteren Fehler, der partieentscheidend war. Gleichzeitig sah Jürgen Dehler ein, dass gegen den jungen Ebel an diesem Tag kein Kraut gewachsen war. Der Bindlacher legte im Zentrum mit einer Bauernlawine los, hatte plötzlich zwei davon auf e6 und d6 und zwang Dehler somit schließlich in die Knie. Durch das letztendlich verdiente Remis von Hempfling stand es 3,5:2,5 für Weidhausen.
An Brett zwei verlief die Partie zwischen Mannschaftsführer Alexander Horn und Christoph Sonnenberg lange Zeit sehr ausgeglichen, eher mit Vorteil für den SKler. Doch Horn wollte kein Remis, lehnte ab und versuchte alles für seine Farben. Den Sack zumachen konnte dann der Vorstand Tom dessen Angriffsräder immer besser ineinander griffen. Ein Turm auf der siebten Reihe, zwei Springer im Zentrum und ein unscheinbarer Königszug machten seinen Angriff so zwingend wie schön, er rang Benner verdient nieder, nachdem bereits die Eröffnung starke Aktivität für Carel brachte und das Qualitätsopfer somit nicht zu Buche schlug.
Trotz der feststehenden Niederlage wollte Horn bis zum Ende kämpfen, und just, als die Partie für Christoph gewonnen schien, reichte man sich doch noch die Hände zum 5:3 für Weidhausen. Trotz vermutlich dreier Absteiger hat man es nun selbst wieder in der Hand, zwei weitere Punkte sollten zum Klassenerhalt genügen!
VM 2025
Hier die noch offenen Paarungen der 5. Runde mit Endtermin heute:
Christoph Sonnenberg – Jürgen Dehler
Hans Kugelberg – Tom Carl
Malte Schubert – Arndt Knauer
Termine:
20.02.26 Endtermin 5. Runde VM
27.02.26 4. Schnellschach-Turnier
28.02.26 Coburger SV I – SKW II
01.03.26 Kronacher SK I – SKW I
06.03.26 Pokal-Halbfinale
Trainingsabend
Schachinteressierte sind bei uns immer herzlich willkommen! Selbstverständlich können bei uns auch gerne Erwachsene mit dem Schachspielen beginnen oder ihr bereits erlerntes vertiefen. Trainingsabend der Erwachsenen ist freitags ab 19.00 Uhr im Tell-Schützenhaus. Für die Jugend beginnt das Training, ebenfalls freitags, um 18.30 Uhr.
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