Der SK schwimmt weiter auf der Erfolgswelle

Nach dem zweiten Spieltag weist der SK Weidhausen 9 Punkte von 10 möglichen auf seinem Konto auf – ein Saisonstart, wie es ihn die letzten 20 Jahre nicht gegeben haben dürfte. Allein die dritte Mannschaft musste sich mit einem Unentschieden begnügen, während der SKW II in der Kreisoberliga mit 4:0 Punkten und 9:3 Brettpunkten geteilter Tabellenführer ist. Und die „Erste“ legte mit dem zweiten 4,5 – Erfolg in Serie einen unerwarteten Traumstart hin und ist von den Abstiegsrängen erstmal meilenweit entfernt!

SC Steinwiesen II – SKW III 2:2

Vater und Sohn (Schmidt)-Ramming sowie zwei reaktivierte ehemalige oberfränkische Mannschaftsmeister, so trat die Weidhäuser „Dritte“ den Weg zu ihrem ersten Saisoneinsatz an. Es sollte ein Match werden, dass man so schnell nicht vergessen wird. Milio Ramming traf in seinem allerersten Punktspiel auf den Routinier Backer und musste nach zwei Stunden die Segel streichen, die anderen Bretter aber sahen gut aus! Philipp Engel nahm seinen Gegenüber Bayerkuhnlein einen Bauern ab und verwertete diesen im Endspiel souverän. Niklas Knauer konnte Michl eine Qualität abknöpfen und nach knapp vier Stunden führten die Gäste mit 2:1. An Brett drei entwickelte sich ein hochdramatisches Match, nur noch getoppt vom Livekommentar des mitgereisten Mannschaftsführers Ole Knauer per WhatsApp. In allerletzter Sekunde vollendete Christian seinen 40. Zug, man konnte kaum hinschauen. Schon eine Quali vorne musste er sie wieder zurückgeben und nach über 5 Stunden griff er unglücklich fehl – die Folge war das 2:2, mit dem man am Ende aber dennoch zufrieden sein konnte.

SK Michelau II – SKW II 1:5

Die Weidhäuser Reserve scheint heuer unaufhaltsam zu sein – im Lokalderby in Michelau machte man kurzen Prozess und ließ zu keiner Sekunde etwas anbrennen. Einziger „Gegner“ war der mehr als beengte Platz, so dass gerade so mit veralteten Holzuhren gespielt werden konnte, bei jeder Bewegung drohte irgendwas zu Boden zu fallen. Davon unbeirrt sicherten sich an den hinteren beiden Brettern Hans Kugelberg und Manfred Knauer schnell Materialvorteil gegen Somvanshi und Rübensaal. Beide brachten ihre Partien dann auch zügig und souverän nach Hause, auch wenn „Buggi“ fast auf ein Remisgebot hereinfiel. Herbert Hempfling betrachtete das Figurenopfer von Biesenecker mit der ihm innewohnenden Gelassenheit – zu Recht, denn es war völlig inkorrekt und Herbert siegte souverän. Da der Kampf somit bereits aussichtslos für Michelau war, einigten sich Marc Gärtner (gegen Rolf Burkhardt) und Frank Gugisch (gegen Dr. Rieger) auf frühe, aber nachvollziehbare Remisen. Da beide am Sonntag in der „Ersten“ gebraucht wurden, war dies umso nachvollziehbarer. Den Schlusspunkt setzte dann Arndt Knauer, der auch ein Figurenopfer von M. Schüpferling über sich ergehen lassen musste, dass auch nichts einbrachte. So vollendete er das Duell zum klaren 5:1 – Erfolg!

SC Bamberg III – SKW I  3,5:4,5

Nach dem Auftaktsieg gegen die SG Hollfeld/Memmelsdorf galt es für die „Erste“ natürlich darum, diesen zu veredeln. Nach Bekanntgabe der Aufstellungen wurde klar, dass es ein enges Match werden würde. Im DWZ-Schnitt lag der SK zwar ein paar Punkte vorne, doch vor allem an en hinteren Brettern hatte Bamberg einige starke Routiniers aufgeboten.

Bereits kurz nach halb zehn sah es an Brett 5 nicht besonders gut aus. Bei gegenseitigen Rochaden musste Volker Herdin das Matt abwehren, so kam Baldszuhn zu einem Mehrbauern und starker Stellung. Dr. Marc Gärtner gab den Gästen dann etwas Hoffnung zurück, als er seinerzeit einen Bauern erobern konnte. An Brett 1 sah es bald nach einem bequemen Stellungsvorteil in einem Colle-ähnlichen Aufbau für Rüdiger Günther gegen Mariia Averkova aus.

Gegen halb 11 schien sich das Match so langsam in Richtung der Domstädter zu kippen. Christoph Sonnenberg unterschätzte einen Angriff gegen Olena Averkova und hatte zwei Figuren gegen einen Turm weniger. Volker schien fast verloren, Olaf Knauer hatte zwar eine Figur mehr, die entsprang jedoch einem Opfer von Dietz, der dafür zwei gefährliche verbundene Freibauern im Zentrum bekam.

Um 11 Uhr beschloss Vorstand Tom Carl, nicht wieder als letztes spielen zu wollen, und einigte sich mit seinem Kontrahenten Dr. Ulrich auf ein zu diesem Zeitpunkt leistungsgerechtem Remis. Nach einer heißen Theorievariante im tschechischen System hatte Tom zwar optische Vorteile, erzwungene Abtäusche der Schwerfiguren führten dann aber schnell zum Ausgleich. Als kurz drauf Christoph am Nachbarbrett durch ein perfektes Harmonieren seiner Türme ebenfalls noch zum Remis abwickeln konnte (vor allem, da die Gegnerin sicher noch Gewinnmöglichkeiten hatte) witterten die SKler Morgenluft.

Kurz vor 12 hole Marc dann den verdienten ganzen Zähler, nachdem er dem Mehrbauern gegen Kudlich eine Qualität folgen ließ und auch anschließend den Druck Schritt für Schritt erhöhen konnte. Kurz drauf kam die Meldung, dass sich Volker erfolgreich zurückkämpfen konnte, selbst einen Freibauern generieren konnte und den Remishafen erreicht hatte. Der nächste Dämpfer folgte postwendend: Jürgen Dehler kam etwas gedrückt aus der Eröffnung heraus und kam gegen Abdullayev nie so richtig ins Spiel. Ein Fehlzug kostete schließlich einen Bauern, dann noch einen und so reichte er bald die Hand zum Glückwunsch. Es stand somit 2,5:2,5 Zählern.

Rüdiger schien sich inzwischen in einem erfolgsversprechenden Endspiel zu befinden, Frank Gugisch spulte eine bis dato äußerst solide Partie gegen Altmeister Dr. Gehlert ab und auch Ole hatte im Läuferendspiel (er hatte seine Figur zurückgeopfert) einen Mehrbauern – es sah gut aus für die Weidhäuser! Um 12.30 tauschte dann der Spielleiter am 4. Brett gegen Dietz zum richtigen Zeitpunkt die Läufer und kam einen Schritt schneller als sein Gegner zur neuen Dame – 3,5 für Weidhausen!

Kurz vor 13 Uhr näherte man sich dem Showdown. Frank verlor dann unter dem Dauerdruck seines Opponenten seinen d-Bauern, so dass die Partie langsam en Bach hinabfloss. Der erneute Ausgleich für Bamberg – nun lag es am Spitzenbrett! Und hier zeigte Rü all seine Qualität, Geduld und Klasse. In aller Ruhe positionierte er seinen Läufer und seinen König, erhöhte Zug um Zug den Druck und nach 75 Zügen musste die junge Spitzenspielerin der Bamberger die Hand strecken. Der Traumstart war perfekt!